There is no distance like long distance

 12:20:07h und wie es dazu kam

  12 Stunden 20 Minuten und 7 Sekunden - noch nie habe ich so lange gebraucht um einen Ironman-Distanz zu bewältigen.

Eigentlich hatte ich in diesem Jahr in Roth gemeldet, wurde aber 7 Wochen vorher durch einen Muskelfaserriss aus meinen 10:xx Träumen gerissen. Trotz Betreuung durch Physiotherapeut, Orthopäde und Osteopath heilte der RIss nicht rechtzeitig und so konnte ich in Roth nur Schwimmen. Kaum war die Challenge vorüber wollte die Wade wieder - na Prima :-/ Ein Ersatzwettkampf mußte her und nach langem Hin- und Her wurde es Mallorca. Kaum hatte ich mich angemeldet zeigte sich eine Beule in meiner Kniekehle, die sich als Zyste herausstellte :-0. DIe Experten rieten vom Laufen und vom Ironman insbesondere ab, aber so wollte ich das nicht stehen lassen, denn ich hatte ja, bis dahin, keine Beschwerden mit dem Knie. - Training lief dann wieder, es lief sogar ausgezeichnet: meine Familie unterstützte mich wie nie zuvor und so war jede Trainingseinheit die reine Freude :-) ... bis sich immer wieder Schmerzen im Knie einschlichen... es wurde gekühlt, gecremt, gedehnt, alle Triggerpunkte intensiv bearbeitet, mit Reizstrom behandelt und gehofft. Beim Training war ich schmerzfrei, aber danach machte die Patellasehne mehr und mehr Probleme :( Letztendlich rettete ich mich mit sehr dosierten Trainingseinheiten in die Taperphase und hoffte einfach auf die Erholung durch reduziertes Training. 

Am Mittwoch vor dem Rennen war es dann geschafft: wir flogen endlich ab :-) Die Vorfreude war gr0ß auch wenn ich mich nicht wirklich gut fühlte, ich schwitze nachts extrem, hatte warum auch immer "saure" Beine bei jeder Bewegung... Ich schob das alles auf die Vor-Wettkampf-Anspannung und versuchte mich zu entspannen. 

Am Rennmorgen war davon nichts mehr zu spühren: Ich war wach, ich war hochkonzentriert und absolut belastungsbereit und nicht zu vergessen: ich freute mich so unbändig endlich starten zu dürfen. Die Gewitterwolken und Blitze rund um Alcudia konnten mir ebensowenig die Freude nehmen, wie die kurzfristige Ankündigung, dass wir nun doch mit Neo schwimmen durften, obwohl es bei der Rennbesprechung definitv ausgeschlossen worden war - ich rief nur "Alexander LAUF!!!!!!" und keine 20 Minuten später stand er mit dem geliebten Neo in der Hand am Ausgang der WZ <3 

Das Vorstartszenario in Mallorca ist traumhaft: in der Dämmerung am Strand zu stehen und die Bojen im  Meer schaukeln zu sehen ist unbeschreiblich. Udo und Lea aus Karlsfeld dabeizuhaben war es auch: so liebe, entspannte Menschen gibt es selten. Arm in Arm begaben Udo und ich uns in unsere Startbox (1:00-1:10h) und das paßte: Dank Vier Starboxen und sehr entspannter Athleten lief das Schwimmen traumhaft und war nach 1:06:38h ( trotz der Überlänge von 4,1km... Udo's Uhr sagt es auch) auch schnell vorüber. 

Die Wolken hingen noch immer tiefschwarz in den Bergen, schickten aber schon einiges an Wind, was ich aber mit meinem wundervollen Rad absolut genoss :-))) Die Beine waren grottig, aber Plan B funktionierte: ich fuhr leicht unter meinem Ironmantempo streng nach Puls und futterte erstmal eifrig. Es flog gefühlt das ganze Feld an mir vorbei, aber das war mir egal. Ich wollte einfach nur so durch den Radsplit durchkommen, dass ich noch fit war fürs Laufen. Nach einer Stunde ging es dann glücklicherweise aufwärts. Die Beine wurden besser und besser und ich freute mich auf die Auffahrt zum Kloster Lluc (nachdem ich ca. 3 Minuten vor einem geschlossenen Dixie gewartet hatte, um dann doch dahinter zu gehen ..... nie wieder!!!!). Bei dem 13 km langen Anstieg machte sich wieder ein bisserl Kraftlosigkeit bemerkbar, aber das Tempo war absolut ok und der Starkregen auf den letzten 3 km machte mich wieder richtig frisch ;-) . Ein klitzekleines Problem kam auf als ich bemerkte, dass meine Eigenverpflegung fast aufgefuttert war. Kurzentschossen griff ich mir bei der nächsten Versorgungsstation zwei Gels als Sicherheit und eine Flasche Iso. Das Iso stellte sich als Wasser heraus und nun hatte ich wirklich ein Problem: ich hatte noch 60km zu fahren und nur noch Wasser und Gels, die ich aber bekanntlich nicht vertrug :-((( aber half ja nix ohne Energie geht erst recht nix und so nahm ich alle 30 Minuten eins dieser Gels, goß reichlich Wasser nach und sicherheitshalber noch 2 Salztabletten. "WIRD SCHON GUTGEHEN"

Und es lief bombig bis zur WZ, weder der Regen, noch die gefürchteten letzten Anstiege oder der Gegenwind auf den letzen km konnte mir etwas anhaben. Ich war top fit. Grinsend fuhr ich in die WZ2. "SO GUT HABE ICH MICH NOCH NIE NACH DEM RAD GEFÜHLT". Ich griff mir mein eigenes Gelfläschchen (endlich!!!), zog zur Sicherheit die Kompressionsstrümpfe an und los gings: die ersten km unter 5:20 waren ein Traum und dabei habe ich mich schon bisserl eingebremst um nicht zu überzocken. Bis km 6 war alles gut, dann kamen heftige Bauchkrämpfe auf. "NUR LUFT DIE RAUS WILL" Nach 10 km war klar, dass das nicht stimmte. An vernünftiges Laufen war nicht mehr zu denken und als ich auf Cola umstieg (hat mich schon über viele Laufsplits gerettet) ging gar nichts mehr: ich suchte nur noch verzweifelt ein graues Häuschen nach dem anderen... Meine Idee dann einfach dort zu verweilen bis ich wieder ein Mensch war, der laufen konnte, stellte sich als fatal heraus: mein Knie, das bis dahin nicht einen einzigen Mucks von sich gegeben hatte schwoll bei der unverhofften mehrmminütigen Sitzpause derart an, dass ich nicht mehr aufstehen konnte. Mit einem Bewegungsspielraum von ca 30 Grad machte ich mich nun auf den Weg: mehr humpeln als laufend aber noch immer sicher: ICH SCHAFF' DAS. JA und ich habe  es letztendlich auch geschafft, zwar ab km 30 powerwalkend, um das Knie nicht vollständig zu ruinieren, aber ich habe es geschafft :-)))) NOCH NIE WURDE ICH SO ANGEFEUERT UND NOCH NIE HABE ICH DEN ZIELEINLAUF SO HERBEIGESEHNT!!!!

Es ist mein schlechtestes Ironman Ergebnis ever und der Kopf muß das erstmal verarbeiten aber eins ist sicher: es war nicht meine letzte Langdistanz, weil mit der Laufstrecke bin ich noch nicht fertig ;-)

29. Neustädter DLRG Volkstriathon

 

  swim bike  run gesamt Platz
Alex       1:08:42 6/2

 

 

 

 

Walchsee-Challenge

  1,9km swim  87km bike 21,1km run gesamt Platz
Benson 29:55 2:30:22 1:31:15 4:35:39 155/26
Armin 39:32 3:00:53 2:02:00 5:47:59 780/107
Desiree 36:47       24
Daniel   2:36:03     9
Alexander     1:35:08   4
Staffel       4:51:36 6 (Mixed)

 

Frankfurt Marathon 2015... Bensons Bericht:

 

Lang - - Hart - - Unter 3

 

Erst einmal zur 6 Wochen Crash-Vorbereitung.

Im großen und ganzen verlief die Vorbereitung eigentlich echt gut. Bis auf ein paar wichtige harte Einheiten konnte ich alles recht gut bewältigen. Gerade diese Einheiten haben mich vor dem Tag X in Frankfurt immer mehr grübeln lassen, ob ich die 3 Stunden Marke wirklich angehen soll. Aber ich hab es mir vorgenommen und so sehr dafür geschwitzt und Schmerzen ausgehalten. Also los geht’s. Alles oder nicht.

 

Der Marathon Tag selber.

Nach ein recht ruhigen Nacht bin ich pünktlich um 7 aufgestanden und hab' meine Schüssel Reisbrei mit Trockenobst gefrühstückt. Bevor wir uns dann in Richtung Marathon-Messe begeben haben, um uns dort noch ein bisschen einzustimmen. Die Beine fühlten sich wirklich Top an. Keine schweren Beine und kein Zwicken. Nur die Aufregung stieg wirklich im Minutentakt. Ich konnte mir selbst 30 Minuten vor Start noch nicht wirklich vorstellen jetzt die 3 Stunden Marke anzugehen. Aber im Startblock dann war es da. Das Heute -hau-ich-mir-richtig-auf-die-Fresse-Gefühl. Rechtzeitig 5 Minuten bevor alles los ging kam auch der so wichtige Impuls heute alles zu geben.

 

Dann kam der Startschuss.

Da ich weiter hinten im ersten Startblock stand, hat es noch ein bisschen gedauert, bis ich über die Startlinie gelaufen bin. Die ersten 5km waren auch eher ein behutsamer aber schneller Slalomlauf. Ich frag mich manchmal wirklich warum sich manche Leute, die DEFINITIV nicht unter 4 Stunden laufen, einfach ganz vorne in den schnellen Startblock drängen. Naja ärgern bringt ja nix. Auf den eigenen Lauf konzentrieren und einfach Laufen lassen. Bei den ersten 10 km hab ich auch wirklich nur auf die Uhr geschaut wenn der KM Split angezeigt wird. Und eigentlich war ich da zu schnell unterwegs. Aber es fühlte sich doch so locker an? Egal einfach in dem Tempo weiter. Pulsgurt hatte ich keinen ran gemacht, da ich wusste der würde mich ab km 30+ nur wieder ins Grübeln bringen lassen wenn der Puls in die Höhe schnellt. Bei KM 13 stand dann Stephi mit einem Gel und einer Flasche Wasser. Schön mal ein bekanntes Gesicht zu sehen und ihr zu berichten „es läuft alles Perfekt“.. so ging es dann auch erstmal weiter. KM für KM lief ich vor mich hin. Die Blase am linken Fuß, die sich bildete wurde einfach durch die Euphorie weg gelaufen. Keine unnötigen Schmerzen zulassen war die Devise. Also einfach an was schönes Denken.

Pünktlich bei der Perfekten Halbmarathon Durchgangszeit 1:28:20 kam aber dann ein heftiger Rückschlag. Von einem auf den anderen Schritt meldete sich mein Magen zu Wort. Da will was raus. Also schnell das nächste DIXI ansteuern. Einziges Problem. Das nächste DIXI ließ noch 3 km auf sich warten. Naja rein – alles erledigen – raus... Weiterlaufen. Nur genau ab hier. Ca KM24 war einfach die Luft raus. Die kurze Laufpause und das wieder Anlaufen war einfach nicht gut. Jetzt spürte ich meine Blase am Fuß noch einen ganzen Ticken schlimmer. Aber wieder die Devise (Denk an was Schönes, das tut nicht weh) ging auch noch eine Weile gut. Neben dem Blasenproblem kam dann aber auch noch der verkrampfte Magen. Zwar war jetzt alles raus. Aber des kilometerlange Zurückhalten hatte der Magengegend ganz schön zu schaffen gemacht und die Magengegend fühlte sich an wie ein Dauermuskelkater. Aaaaber.. Ich bin nicht nach Frankfurt gereist um zu Jammern, sondern einen Marathon zu laufen und dass unter 3 Stunden. Also gibt es ab jetzt nur noch ein Gas.. Vollgas.. und Vollgas war ab KM25 deutlich langsamer als das gefühlt lockere Tempo der ersten 20 Kilometer. Durchbeißen.. Von 100 bis 0 Zählen.. immer und immer wieder. Komische Lieder durch den Kopf schießen lassen. Und wieder von 100 bis 0 Zählen. So konnte ich mich von KM zu KM hangeln und durch das extreme Tief durchhangeln. Bei KM 33 stand dann ein Kumpel mit einer weiteren Wasserflasche und einem Gel. Ein Segen. Ich trank fast einen halben Liter Wasser im folgenden Kilometer und konnte irgendwoher noch einmal eine zweite Luft aufstemmen. Ab KM35 lief ich dann irgendwie im Autopilot Modus. Einfach die Gegend, die Stimmung, die Musik.. genießen und laufen. Dem Ziel immer näher kommend ließ mich die Uhr am Schluss dann doch rechnen und ich wusste ab Kilometer 39, jetzt darf kein Kilometer mehr über 4:30min/km sein und ich hab die magische 3 unterboten. Also sammelte ich noch einmal alle Kräfte und stolperte mit letzter Kraft dem Ziel entgegen. Noch nie wollte ich öfter einfach nur aufhören zu Laufen als in diesen letzten 3 KM. Alles tat weh und das Ziel schien gefühlt NIE zu kommen.

Nach 2:59:10 war es aber geschafft. Ich lief in der Festhalle durch den Zielbogen und habe den letzten persönlichen offen stehenden Rekord im Jahr 2015 auch noch gebrochen. Mir viel in dem Moment eine riesen Last von den Schultern: es geschafft zu haben und war so froh über das ganze Jahr, das ich kurz in Tränen ausgebrochen bin. Zu sehr war auch die Genugtuung den Leuten jetzt zu begegnen, die vorher sagten „3 Stunden.. Wenn du da mal nicht zu hoch Pokerst“, oder „Was 3 Stunden.. Du..??“ . Jetzt kann ich sagen.. „JA 3 STUNDEN.. JA – ICH ..“. Ich glaube alleine wegen diesen Personen hab ich mich auch die letzten 2 Kilometer noch einmal so richtig übel gequält.

 

Fazit..

Als ich losgelaufen bin und Kilometer für Kilometer einfach nur so vor mich hin flogen dachte ich „heute geht einiges mehr als 2:59:59“ ab km 21,5 wurde ich dann durch meinen Magen aus der Traumwelt zurück geholt und musste wirklich hart für mein Ziel Kämpfen. So nah sind im Ausdauersport einfach Wolke 7 und knallharte Hölle beieinander und wer auf Wolke Sieben fliegen kann muss auch durch die härteste Hölle um sein Ziel zu erreichen.

Jetzt ist erst mal OFF-Season und ich leg die Beine mal hoch, bzw. mach mal andere Sportarten als Schwimmen – Radfahren – Laufen – Stabi.. Bevor es dann in ein paar Wochen mit neuer Kraft in Richtung Roth Vorbereitung wieder los geht. 

Wenn Ihr gerne beim Main-Post Mainfrankentriathlon                      am 8.August 2015 in Kitzingen in einer Staffel starten möchtet, Euch aber noch ein oder zwei Staffelpartner/-innen fehlen, dann meldet Euch.

Ich versuche dann entsprechend Euren Vorstellungen passende Teams untereinander zu vermitteln.

Folgende Informationen sind dafür notwendig:

Name, Alter, Wohnort,

E-Mail oder Telefonnummer,

gewünschte Staffellänge (Kurz- oder Olympische Distanz),

gewünschte Staffeldisziplin,

gewünschte Staffelzusammensetzung (Frauen, Männer, Mixed)

Geschätzte Zeit für den eigenen Split.

Beachtet dabei bitte die verschiedenen Meldefristen (ermäßigte Startgebühr bis 31.3.15, Voranmeldeschluß 15.7.15, Meldeschluß 1.8.15).

Es lohnt sich schnell zu sein, da die Staffelplätze erfahrungsgemäß sehr begehrt sind!

Anmeldung zur Vermittlung für ein Staffel-Team hier.

 

Triathlon

 

Die Faszination im Ausdauersport hat viele Gesichter.

In kaum einer Sportart ist langfristige genaue Trainingsplanung so wichtig wie im Triathlon. Je länger die Distanz ist, die Sie bewältigen möchten, desto früher sollte das zielgerichtete Training für diesen Wettkampf beginnen:

 

Volksdistanz (500-20-5): mind. 3 Monate vorher

Olympische Distanz (1,5 – 40 – 10): mind. 6 Monate

Mitteldistanz (2 – 90 – 20): mind. 9 Monate

Ironman (3,8 – 180 – 42,195): mind. 12 Monate

 

In meinen Trainingsplänen, in die all meine Erfahrung aus mehr als 10 Jahren Triathlon-Leidenschaft als Athletin und Trainerin einfließt, lege ich sehr großen Wert auf effizientes, intelligentes Training.

Mein Ziel ist es Ihr sportliches Ziel mit Ihrem Familien- und Berufsleben in Einklang zu bringen.

 

Für Einsteiger und alle, die nach einer Jedermann-Distanz Lust auf mehr Triathlon bekommen haben, empfehle ich eines meiner Triathlon-Seminare zu besuchen. Hier bekommen Sie das grundlegende Triathlon Wissen kompakt, anschaulich und praxisorientiert vermittelt.

Seit dem Winter 2012 veranstalten wir (zusammen mit meinem Mann, Triathlon Trainer, Alexander Schartel) Schwimmseminare im Geomaris iin Gerolzhofen. Unser Anliegen ist es dabei den Athleten nicht nur eine gute Technik zu vermitteln, sondern darüber hinaus alles notwendige knowhow, das sie kennen und können müssen um sicher und ohne Angst im Wettkampf durch ein Triathlon-Schwimmen zu kommen. Die neuesten Termine für Anfänger und Fortgeschrittene gibt es immer unter Aktuelles.

IM Austria "Anything is possible"

Nich nie hat sich der Ironman Slogan "Anything is possible" für mich mehr bewahrheitet als bei meiner 10. Langdistanz beim IM in Klagenfurt.

Alles war anders in dieser Saison: wegen miserablen Wetters (wir trainieren familienbedingt nur zuhause im Steigerwald) fehlten mir 1000 Grundlagenkilometer auf dem Rad, dafür hatte ich mehr Kraftausdauer und Schnelligkeit trainiert als je zuvor. Nach 6 Jahren Schulterbeweschwerden konnte ich mein Schwimmtraining 1 mal pro Woche ertsmals wieder beschwerdefrei durchziehen und im Laufen flog ich schon seit Wochen euphorisch durch den Wald :)

Kurz und gut, voller Vorfreude reiste ich mit meinem großen Bruder schon am Mittwoch nach Klagenfurt und wir genossen die Vor-Triathlon Stimmung und absolvierten die letzten Trainingseinheiten.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag dann der Schock: ich wachte mit heftigsten Halsschmerzen im Zelt auf und konnte nicht mehr schlucken, die Lymphknoten schienen platzen zu wollen. Am nächsten Morgen: Lagebesprechung, neue Strategie: Schlafen, Trinken, Globuli, positiv denken!!! ("Es sind ja noch 2 Tage bis zum Wettkampf, das reicht zum gesund werden" :-/) Am Samstag dann: dicker Schnupfen... "macht nix, solange kein Fieber dazu kommt... es ist ja noch ein Tag". Am Samstag Nachmittag dann: Bronchien total belegt, dafür kaum noch Halsschmerzen :-0 "Nur kein Fieber kriegen, positiv denken" Bis zur Finishline habe ich nie an mir gezweifelt: ich wußte ich hatte gut trainiert, war in Form... wieviel mich die Erkältung kosten würde, würde ich im Ziel sehen.

WAS FÜR EINE UNTERSTÜTZUNG DURCH MEIN SUPPORT TEAM: alle waren positiv und ruhig, keiner machte Panik. Ich kam mir so gut aufgehoben vor. Nicht zuletzt für sie (Daniel, Christina und natürlich Alexander mit Paul und Fynn würde ich das bestmögliche Rennen abliefern).

Und es war gut: tolle Schwimmstartposition mit dem großen Bruder ausgeklügelt, kam zwischen den 2500 Startern der 2.Startgruppe super weg und steckte nach kleineren Orientierungsproblemen durch Sonne und Gegenwind beim Rückweg erst im zu schmalen Kanal in der Masse fest. Schwimmen konnte man das auf den letzten 1000m nicht mehr nennen, denn die Athleten lagen fast mehr aufeinander als dass sie nebeneinander schwammen. Darauf war ich aber mental vorbereitet und schlängelte mich so gut es ging zügig durch. Gute 1:05h waren der Lohn :-) fast wie in alten Zeiten.

Jetzt die 180km Rad auf einer traumhaften, schnellen Strecke. Leider war diese mit 3000 Startern völlig überfüllt. Höchste Konzentration war gefordertum sich einen Weg durch all die Massen zu bahnen. Teilweise fuhren wir zu dritt nebeneinander, weil kein Platz war und man einfach nicht nach vorne durchkam (wo war eigentlich vorne, man fuhr von einem Pulk in den nächsten). Meine Beine waren nicht gut, fühlten sich etwas wackelig an, aber egal: die neue Rennstrategie: "mehr essen, genug trinken und weniger Widerstand und technisch noch besser fahren um in den Kurven und bergab Zeit gut zu machen".

Gesagt getan, nach 90 km war eine neue Bestzeit von 5:35h nicht mehr unmöglich (meine Beine fühlten sich tatsächlich besser an), gerade hatte ich meine tollen  Support Team freudig zugewunken, meine Eigenverpflegung aufgenommen und schon kam der PFiff "?$%&?" Gelbe Karte, 6 Minuten Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens. Gerade hatte ich noch über diesen etwas übergewichtigen Mann geschmunzelt, der sich nicht wehrlos von mir überholen lassen wollte und sich mir dann wieder vor die Nase gesetzt hatte und jetzt das...!!!! Klappe halten, nicht ärgern, Gas geben ... weil gleich gibt's 6 Minuten zum Dehnen und Essen :-(

Jetzt also 5:45 (es wurden 5:46, die für mich immer 5:41 sein werden) 1:05 + 5 Min Wechsel + 5:45 =6:55 es bleiben also 4:04 für den Marathon und den zweiten Wechsel...das MUSS reichen.

Bei optimalen Bedingungen aber wiederum krass voller Laufstrecke startete ich mit relativ fitten Beinen aber mit meinen obligatorisch verkrampften Bauchmuskeln in den Marathon. Im Europapark warteten meine "Fans" und das verleiht einfach Flügel... ich wußte "ich schaff' das heute auch krank, jetzt nur keinen Fehler mehr machen" Trikot hoch, kopf runter, Lippenbremse... Wasser, Gel, Cola, Wasser, Salz, ... Bald viel der Schnitt immer wieder unter 6 Min/km , dann 6:15, ich kämpfte und kämpfte... dann wieder 5:xx Hoffnung!!! Bei km 30 war klar, ich habe den Kampf um die 11 Stunden Marke heute verloren, die Kraft reicht nicht mehr. Jetzt könnte ich gehen, das tut weniger weh. Aber da stand mein großer Bruder, grinste mich an und sagte "Wahnsinn, wie Du kämpfst, klasse Helga" da kann man nicht gehen! Es war zwar nur noch Schadensbegrenzung, aber ich lief so schnell ich eben noch konnte und rief "wir sehen uns im Ziel".

Auf dem letzten Kilometer dann kamen mir schon die Tränen: Was für ein Rennen, was für ein Kampf, was für eine Unterstützung, so gerne hätte ich für mein Team eine Bestzeit geschafft!!!!

Am Ende waren es 11 Stunden 21 Minuten und 17 Sekunden - für mich 11:15:17 meine 2.beste je erreichte Zeit über die Ironmandistanz.

Dass ich am nächsten Tag die Hawaii-Qualifikation geschafft hätte, weil der 2.Slot in der AK 40-44 von den vor mir platzierten Damen nicht angenommen wurde - ich aber nicht bei der Slotvergabe war, weil ich mir als 13. keine Chance ausgerechnet hatte und schnellstmöglich heim zu meiner Familie wollte - das ist dann wieder eine andere Geschichte.

DANKE ALEXANDER, PAUL, FYNN, DANIEL UND CHRISTINA

IM Switzerland 2012

Wenn ein Rennen das ich bisher bestritten habe das Prädikat schön verdient hat, dann ganz sicher dieses: Eine absolut unaufgeregte Organisation, kurze Wege und perfekte, anspruchsvolle Rennstrecken vor einer traumhaften Kulisse.

Mein Ziel für dieses Rennen war klar definiert: Platz 3-5 in der Altersklasse in einer Zeit von 11 Stunden... Das ich von diesem Ziel, zumindest was die Zeit anbetrifft, werde abrücken müssen, war mir nach der Streckenbesichtigung relativ klar: die Radstrecke hat es durch die Verteilung der Anstiege ans Ende der 90 km Runde und deren Länge in sich. Als dann am Morgen Regen und starke Windböen dazukamen war klar, dass es bei diesem Rennen nicht um Bestzeiten, sondern um Platzierungen gehen würde. 

Der erste Schock kam dann auch nach dem für mich als sehr gut empfundenen Schwimmen: ich hatte 6-8 Minuten auf meine Zielzeit verloren... wo? das wußte ich bis dahin nicht, konnte mir nur vorstellen, dass der starke Wind und die Wellen uns doch mehr gembremst hatten als ich vermutet hatte. Nach 1 Stunde, mental leicht angeschlagen, auf dem Rad holte ich mir die Gewißheit von anderen Startern: alle Schwimmzeiten waren schlechter als erwartet... von da an gings bergauf :-)

Die Radstrecke war anspruchsvoll, sowohl durch Ihre langen völlig flachen Passagen am See entlang, als auch durch die Summe der Höhenmeter, die dann jeweils auf dem zweiten Teil der Runde zu bewältigen waren.

Nachdem die Schwimmzeit geklärt war, ging es mir bestens: ich fuhr am oberen Limit, aber nicht drüber, in den steilen bergab Passagen habe ich auf der ersten Runde bei starkem Regen sicher zu viel Tempo rausgenommen, aber es war mir wichtiger ohne Sturz durchzukommen, als auf Biegen und Brechen an einer Hawaii-Quali dranzubleiben. 

Erst am Ende der zweiten Runde machte mir, wieder unten am See angekommen, der starke Gegenwind und erneute Regen zu schaffen, ich verlor km für km auf meine Wunschzeit und fuhr nach 6:10 h fast 10 Minuten später als gewünscht in die Wechselzone ein.

Aufs Laufen hatte ich mich die ganze Zeit gefreut, denn dieses Jahr lief es zum ersten mal seit der Geburt meiner beiden Kinder wieder richtig gut beim Laufen und dann: brutale Schmerzen, gleich auf den ersten Laufmetern machten mir den Marathon zur Hölle. Meine Bauchmuskulatur war komplett verhärtet, ich hatte kolikartige Schmerzen auch ein Dixi Stop half nichts ich kämpfte und kämpfte... bis ca. km 20, dann ertrug ich es nicht länger, und nahm Tempo raus... Bei km 37 setzte ich dann nochmal alles auf eine Karte und lief nochmal an einen 5:30er Schnitt heran, ich flog förmlich über die Strecke (so! hatte ich mir den Marathon vorgestellt), nur dass ich dachte meine Oberschenkel würden jetzt definitiv platzen: dann Finish-Line... noch nie hatte ich sie so sehr herbeigesehnt und so verdient :-)